Peter Pongratz Between the Devil and the Deep Blue Sea 2016 Acryl auf Papier und Leinwand 170x140cm Kopie

Peter Pongratz wurde in Eisenstadt geboren und ist in Graz aufgewachsen. Er studierte Malerei an der Akademie in Wien und an der Hochschule der bildenden Künste in Berlin. Von 1966 bis 1970 war er Assistent bei Max Weiler in Wien.

Pongratz war am Beginn seines künstlerischen Schaffens beim Forum Stadtpark in Graz mit Schriftstellern wie Wolfgang Bauer, Peter Handke und Gerhard Roth verbunden und diese Verbundenheit zur Literatur wie zur Musik (er ist Jazz-Drummer) haben geholfen, sich von einem weiten Horizont her der Bildenden Kunst mit unverbautem Blick anzunähern. Oder besser darauf loszustürmen.

Gemeinsam mit Anulf Rainer war er der erste Künstler der sich mit den Arbeiten der Künstler von Gugging auseinandersetzte. Sein Interesse galt vor allem dem an Schizophrenie leidenden Johann Hauser der ihm stets ein geachtetes Vorbild blieb. Zusammen mit Wolfgang Herzig, Martha Jungwirth, Kurt Kocherscheidt, Franz Ringel und Robert Zeppel-Sperl nahm er bereits Ende der Sechzigerjahre eine jeweils eigenständige künstlerische Position ein, die Abstraktion und Gegenständlichkeit verbindet. Dies führte im Jahre 1968 zur Gründung der Künstlergruppe Wirklichkeiten .

Pongratz, ein Getriebener, dessen einzige Konstante die Veränderung ist, scheint im letzten Jahrzehnt wieder mehr zu seinen Wurzeln zurückgefunden zu haben, nachdem er die Postmoderne und andere Kunstströmungen in wuchtigen vorauseilenden Zitaten bereits Jahre vor ihrer eigentlichen Manifestation vorweggenommen hat.  Dies zeigt sich auch in seiner bewusst kindlichen, wilden Malerei mit Blickrichtung auf die "Cobra"-Gruppe oder "Art Brut", die vieles bereits frühzeitig durchexerziert hat, was später unter dem Begriff „Neue Wilde“ bekannt geworden ist.

Akademische Tendenzen sind ihm dabei ein ähnlicher Gräuel wie Moden oder angesagte avantgardistische Tendenzen.  „Keine Rezepte. Keine Vorschriften. Keine Moden. Keine Ideologien. Kein Kompass. Keine Landkarten. Und vor allem keine Dogmen, weder für den Künstler noch für den Betrachter“, so beschreibt er seine eigene Position. Sein Werk ist von verschiedenen mehrschichtigen Phasen durchdrungen wie man es sonst nur bei Größen wie etwa Picasso findet.

Pongratz extrahiert die Substanz von Welten, die ungefiltert von der Phantasie von Kindern, von tiefsten Emotionen, vom Schreien eines Marienkäfers im Krieg berichten.Seine Werke zeugen von einer expressiven Gestik des Augenblicks, bilden gleichsam ein Kondensat einer Verfassung von Wirklichkeiten. Seine Bildwelten sind wie die Leben von Künstlern die sich in kurzer Zeit ekstatisch selbst aufgebraucht haben, aber in dieser kurzen Zeit Bleibendes, Essentielles geschaffen haben. Um Existenz ringende Individuen, die sich nur durch große Kraftanstrengung aus der Umwelt herauszuschälen vermögen, taumeln in einer absurden Welt, deren einziges Ziel eine immer weitertreibende Verdichtung scheint. Es ist das Leben selbst, das sich hier manifestiert. In seiner Einsamkeit, seiner rohen Unmittelbarkeit, seiner Verrücktheit, in seiner absurden Schönheit sich selbst herausschreiend. Und immer weitertreibend.

Auszeichnungen unter anderem: 1965 Johanneum Kunstpreis, 1969 Kunstpreis des Landes Steiermark, 1977 Preis für bildende Kunst des Landes Burgenland, 1978 Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst ( Kategorie Malerei und Grafik) , 1980 Österreichischer Würdigungspreis für bildende Kunst, 1997 Würdigungspreis für bildende Kunst des Landes Steiermark, 2006 Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold.


Aktuelle Ausstellung von Peter Pongratz im Museum Liaunig 
Kurator Günther Oberhollenzer im Gespräch mit Peter Pongratz