Einladung Vorderseite Moschik Riebe

Die Werkserie RECONSTRUCTION BORDERS möchte das aktuelle Phänomen des Wiederaufbaus von Grenzen im Kontext der Geschichte reflektieren. Das Jahr 2019 ist ein Gedenkjahr in europäischer Hinsicht. Vor 30 Jahren fiel der Eiserne Vorhang (1948-1989) und beendete die als ‚Kalten Krieg’ genannte Epoche. Stacheldrahtzäune, Mauern, Schranken und Wachtürme verschwanden. Am 27.6.1989 durchschnitten der österreichische Außenminister Alois Mock und der ungarische Außenminister Gyula Horn medienwirksam den Stacheldraht bei Klingenbach. Am 09.11.1989 fiel die Berliner Mauer, der Eiserne Vorhang wurde Geschichte. Derzeit gibt es weltweit rund 70 Sperrzonen, an denen konsequent gebaut wird. Statt Globalisierung mit offenen Staatsgrenzen wird ein Schließen der Grenzen beobachtet. Melitta Moschik 5-teiliger Werkzyklus BORDERS 2019 Die Bildmotive greifen historische und aktuelle Fotomotive auf und bilden die signifikanten Konstruktionen von Grenzzäunen und Mauern ab.

Die mittels CNC-Stanzung in Punktrastern gefertigten Metalltafeln lassen bedeutsame Sperrzonen, die Berliner Mauer, den Grenzzaun bei Číčov in der Slowakei, die Chinesische Mauer nördlich von Peking, der Westbank in Israel und die 2018 von Trump errichteten Mauer-Prototypen in San Diego an der Grenze zu Mexiko, lesbar werden. Die Stanzmotive visualisieren geschichtsträchtige Ereignisse, die sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt haben. Die Werke bedienen sich der Ikonen der massenmedialen Bildproduktion und deuten die Politik der Bilder, deren Bedeutung und ästhetische Dimension an.