Das geheime Leben der Sterne 38 2018 190 x 260 cm Acryl Lw

 

Nach umfassenden Retrospektiven und Ausstellungen in 2018/19 wie etwa in der Neuen Galerie in Kassel, der Galerie Thomas Modern, München, im Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen, in der Städtischen Galerie im Leeren Beutel, Regensburg und im Fonds Hélène & Édouard Leclerc pour la Culture, Landerneau (FR) zeigt Bernd Zimmer in einer umfangreichen Werkschau sein aktuelles Werk in Wien.

Bernd Zimmer verkörpert ein Stück deutscher Kunstgeschichte. Er ist Gründungsmitglied der legendären Produzentengalerie am Moritzplatz im West-Berlin der zweiten Hälfte der 70er Jahre, deren weitere Vertreter - Rainer Fetting, Helmut Middendorf und Salomé - zu den Neuen Wilden zählen.

Bernd Zimmer ist im Verlauf seiner besonderen malerischen Entwicklung nicht nur ein präziser Beobachter geworden, sondern Mandant der Natur in ihrem umfassenden und tiefsten Sinn. Er resümiert, was Landschaftsmaler vorausgegangener Generationen in diesem Metier erreicht haben, er wendet diese Erfahrung ins Abstrakte, ins Kosmische, aber damit keineswegs ins Unverbindliche. Immer bleibt er, wie einst Monet, in unmittelbaren Kontakt zu einer Natur, die ihren großen, übergreifenden Sinn nicht verloren hat, die heute ein gefährdeter, und in weiten Teilen bereits zerstörter Lebensraum ist. Vor den Werken Bernd Zimmers steht der Betrachter wie vor der Natur selbst, ist berührt, ergriffen, in das Schauspiel der Genesis von Formen und Farben einbezogen und teilnehmend an einem ästhetischen Prozess, der wie die Natur abläuft, in Zyklen des Werdens und des Vergehens. Zimmers Lektionen über die Empfindlichkeit, aber auch Vergänglichkeit alles Natürlichen, sind nicht abstrakt, sondern stets verbunden mit einem grandiosen malerischen Plädoyer, das nicht nur die Landschaftsmalerei im 21. Jahrhundert neu positioniert, sondern die Wertigkeit der Natur insgesamt für die bildende Kunst der Gegenwart aktualisiert. Bernd Küster im Katalog „Bernd Zimmer“, Wienand Verlag, 2018

Naturbilder malt Zimmer seit mehr als 30 Jahren. Schon Anfang der Achtzigerjahre reüssierte er, noch als "Junger Wilder" in Berlin lebend, mit üppigen Gebirgslandschaften in intensiver Farbigkeit. Seine Inspirationen holt er sich oft auf Reisen in ferne Länder. Ob stille Pflanzenspiegelungen in imaginären Altwasserarmen eines Flusses, ob wucherndes Dschungelgrün oder in Kaskaden herabstürzendes Wasser, ob sanfte Dünen vor niedrigen Horizonten, explosive Eruptionen oder kosmologische Sternenkonstellationen - Zimmer balanciert haarscharf an der Kante zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit.

Dass er seinerzeit Philosophie und Religionswissenschaften studiert hat, wirkt in seinem anhaltenden Interesse an existenziellen Fragestellungen nach. "Ich will das Privileg unseres Daseins verstehen - oder zumindest erahnen", sagt er in einem Gespräch mit Walter Grasskamp 2018.