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"Wir meinen, dass das letzte Ziel der Wissenschaften vom Menschen nicht das ist , den Menschen zu konstituieren, sondern das, ihn  aufzulösen".  

Claude Lévi-Strauss, Das wilde Denken, 1962


Herbstprogramm Artemons 2016


Herbstöffnungszeiten: 

Freitag: 13-18 Uhr
Samstag: 12-18 Uhr
Sonntag: 10-17 Uhr


Auswahl Pressereview 2016:

"Ausstellungsrundgang in den Regionen" - ooe.orf
"Freunde in der Galerie Artemons“ - Volksblatt
"Dieser Syrer malt nur nach Mitternacht" - Die Presse
"Ein Kunstwerk namens "Brexit" vermittelt Schmerz - Salzburger Nachrichten
"Künstler auf der Flucht, oder: Wie Kunst zur Selbsttherapie wird" - Oberösterreichische Nachrichten
Maler Jürgen Messensee wird 80: Eigenständige Position - Salzburger Nachrichten
"Messensee im Mühlviertel: Kraftvoll und hintergründig" - der Kurier


Wasteland

Gerhard Kaiser, Leopold Kogler, Alois Mosbacher, Hubert Schmalix, Manfred Wakolbinger

25. Sept. - 11. Dez. 2016 

Eröffnung: So. 25. Sept. 2016 um 11 Uhr

Eröffnung durch:

Innenminister Wolfgang Sobotka

Es spricht:

Günther Oberhollenzer Kunsthistoriker, Kurator und Autor 

IMG 1189-Leopold Kogler

Leopold Kogler besitzt eine besonders ausgeprägte Affinität zur Natur. Wir sehen atmosphärisch sanfte Farbräume in Gelb, Rot und sattem Grün, Fernsichten in Blau mit tiefem Horizont – Bilder, die unweigerlich in uns Erinnerungen an Naturlandschaften auslösen (ein Sonnenuntergang, eine Wiese, ein Meer), gleichzeitig aber auch als abstrakte Malerei gelesen werden können. Die Werke sind in erster Linie von der Farbe und dem Malprozess her gedacht, Spuren des Malvorgangs sind auf der Leinwand sichtbar und lassen den figurativen Bildgegenstand hinter den Malakt zurücktreten. Doch man spürt in Koglers Bildern die Natur und ihre Farbschönheit, sie haben die Fähigkeit, uns gefühlsmäßig visuell-suggestiv zu ergreifen. Die Farbflächen erzeugen flirrende Licht- und Naturstimmungen, es entstehen lyrische Landschaftsimpressionen und -reflexionen, eine Verschränkung von Realem und Imaginären, gesehen mit dem äußern, aber auch mit dem inneren Auge. 

 

 

Huber Schmalix Waterfall 175 x 130cm l auf Leinwand 2015

Ein wilder Wasserfall, Bäume und eine kleine Hütte, wiedergegeben in kräftigen, klaren Farben: die Malerei stammt von Hubert Schmalix und ist Teil einer neuen Bilderserie mit idyllischen Naturlandschaften.

Der Künstler nähert ohne Scheu dem von der Moderne so tabuisierten Genre der Natur- und Landschaftsmalerei. Dabei transformiert er das emotional, historisch und symbolisch stark besetzte alpine Motiv in eine plakative, flächige Malerei, in der Realismus oder Pathos keinen Platz mehr finden. Schmalix hält uns Betrachter auf Distanz. Flächen und Umrisse wirken wie mit Schablonen gemalt, sie sind aber auch an kolorierte Holzschnitte angelehnt. Form und Kolorit erinnern an die poppig bunte Bildersprache von Illustrationen und Comics. Der Künstler kennt keine Berührungsängste und lässt die Grenzen zwischen Populärkultur und der sogenannten „hohen“ Kunst verschwimmen. 

  

Alois Mosbacher setzte sich schon immer intensiv mit Natur und Kunstgeschichte auseinander und stellt sie in einen emotionalen Bezug zum zeitgenössischen Leben. Mit malerischer Bravour und erzählerischem Reichtum entführt er uns unheimliche und skurrile, rätselhafte aber auch humorvolle Parallelwelten.


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Der Wald fasziniert Mosbacher besonders. Er wird Bühne für Außenseiter, Abenteurer und Ausgestoßene, ein Ort für Unbekanntes und Bedrohliches. „Mich fasziniert die Vorstellung, als impressionistischer Maler diese Orte aufzusuchen und diese unbedarfte Landschaft zu malen. Wo vorher möglicherweise ein Verbrechen geschehen ist. Und dieser Malerwinkel, diese schöne Position, dieses schöne Sujet, dieser Ort, wird plötzlich zum Tatort. Es geht nicht darum, dass da wirklich was passiert ist und was passiert ist, sondern allein darum, dass ein Ort anders definiert wird. Und dadurch auch innerhalb der Malerei anders definiert wird.“ 

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Treibender Motor für Manfred Wakolbinger ist die Auseinandersetzung mit der eigenen Körper- und Sinneswahrnehmung. Sein selbstbewussten Skulpturen sind wie Zeichnungen im Raum, durch ihre dynamischen, organischen Formen, überwinden sie die Statik der Skulptur und strahlen, trotz der Schwere des Materials, eine gewisse Leichtigkeit und Zartheit aus. 

Gegenüber Eisen oder und Stahl – Materialien, mit denen Wakolbinger auch gut umgehen kann – bevorzugt er Kupfer, „weil es so fleischlich und sinnlich ist". Ihn fasziniert, dass das Kupfer an das Innere des Körpers erinnert oder auch an die rosafarbene Haut. Und natürlich hat es schöne Patina. Kupfer wird fleckig, die Zeit hinterlässt Spuren, schreibt sich in das Material ein.
Ein zentraler Wesenszug der Arbeiten ist, dass die Skulpturen mit dem Raum in einen Dialog treten. Sie besetzen den Ausstellungsort und verändern ihn, sie schmiegen sich an die Wand oder treten aus ihr heraus. Wir können uns den Werke durch verschiedene Blickpunkte (von oben, von der Seite) annähern und so ihre Körperlichkeit wahrnehmen und spüren. 

 

kaiser 2 

Das dialogische Zusammenwirken von Objekt, Grafik, Malerei und Fotografie charakterisiert schließlich die Arbeiten von Gerhard Kaiser. „Mich interessiert die Kommunikation der Medien untereinander, innerhalb des Arbeitsprozesses“, betont der Künstler. Der multidisziplinäre Ansatz umfasst ganz unterschiedliche Medien und Materialien: Sieb- und Digitaldruck, Öl und Acryl, Leinwand und Plexiglas, Kunststoff und Diponplatte. Immer wieder gestaltet er mit Installationen den Raum, nimmt diesen in Besitz. Seine Arbeit unterliegt einem immerwährenden Prozess der Veränderung und künstlerische Richtungswechsel – stets vom Anspruch getragen, Grenzen künstlerischer Gattungen aufzuheben.

 

 


Artemons Contemporary zeigt
Franz Grabmayr - Einzelpräsentation bei der Cologne Fine Art  
17. - 20. 11. 2016

cologne logo

Gezeigt wird eine Auswahl an Hauptwerken, darunter Arbeiten die im Katalog zur Franz Grabmayr Retrospektive der Österreichischen Galerie Belvedere, Oberes Belvedere, 2002 aufscheinen. Etwa die Arbeit „Brandwurzel“, 1989, Öl/L, 150/120 cm, oder die Arbeit Feuertanz, 1989, Öl auf Leinwand, 161x100cm.

Franz Grabmayr (1927-2015) ist einer der bedeutendsten österreichischen Maler seiner Epoche und wird von vielen weit bekannteren Künstlerkollegen über alle Maßen geschätzt. Es handelt sich um einen Maler, der mehrere Malergenerationen ebenso untergründig wie intensiv inspirierte, sich selbst aber bewusst vom Kunstbetrieb fernhielt. Was nach seinem Tod bleibt, ist sein umfassendes und in seiner Energiegeladenheit singuläres Werk. Anläßlich des 90. Jahrestags seiner Geburt wird von März bis Oktober nächsten Jahren im Museum Angerlehner, eine umfassende Retrospektive stattfinden, die das Werk als solches in seiner Bedeutung und Intensität sichtbar macht. Kuratiert wird die Ausstellung von Robert Fleck und Caro Wiesauer.
Feuertanz1989Ol auf Leinwand 161x100cm.Ausschnitt

Kaum einer, der sich der Suggestion der Bilder Grabmayrs entziehen kann. Alles ist Farbe. Deren Erscheinung sosehr wie deren Gewicht, deren Material wie deren koloristische Wirkung wird mit einer Konsequenz und Virtuosität in Einklang gebracht, der in internationalen Getrieben der Kunst einzig Eugène Leroy zur Seite zu stellen wäre. Dessen gespachtelte oder direkt aus der Tube auf- gedrückte Farbreliefs sind einerseits die nächsten Verwandten zu Grabmayr, andererseits nimmt Leroy durch die koloristisch homogenen, zentimeterdick geschichteten und gehäufelten Bilder eine völlig andere Position ein als Grabmayr. Grabmayr nutzt bewusst die Farbverwerfungen, er spielt mit dem aus der Bewegung heraus resultierenden Überschlagen der Farbe, mit den Sensationen die aus Überlagerungen verschiedener Koloritschichten entstehen. Grabmayr weiß auch um die Schwerkraft seiner Farbe. Nichts gelungener als wenn einer aus dem Farbleib herausgerissenen Schlucht ein Klumpen Farbe gegenübersteht, der langsam, der Schwerkraft folgend, absackt bis er der Lava gleich erkaltet und stehenbleibt. Bei Leroy trägt sich das Drama der Farbe immer erst aus allernächster Nähe betrachtet zu. Man muss bei dem Franzosen die Farbe riechen können, um Ihr Leben angemessen zu sehen. Demgegenüber sind Grabmayrs Bilder sowohl nah als auch fernsichtig. Aufregend im Detail wie im Überblick. Selten wurde in der österreichischen Kunst die Krise in der Repräsentation von Natur, die der Aufstand der Abstraktion gegen die Nachahmung ausgelöst hat, ungezügelter zum Fundament einer Malkultur. Selten wurde die Selbstreferenz von Farbe und Material zur überzeugenderen ultima ratio der Malerei. Auszug, Prof. Dr. Klaus Albrecht Schröder - Direktor der Albertina Wien , Katalog zur Ausstellung Franz Grabmayr, Österreichische Galerie Belvedere, 2002


 

 

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