"Wir meinen, dass das letzte Ziel der Wissenschaften vom Menschen nicht das ist , den Menschen zu konstituieren, sondern das, ihn  aufzulösen".  

Claude Lévi-Strauss, Das wilde Denken, 1962


aktuelle Öffnungszeiten: Samstag 12-18 Uhr, Sonntag 10-18 Uhr

 

Eröffnung der Ausstellungen:

Robert Hammerstiel - Rainer Wölzl 

So. 10. Sept. 2017 um 11 Uhr

Es spricht:
Mag. Andreas Strohhammer

Musikalische Umrahmung:
Andrej Serkov (Schrammelharmonika)

 

Robert Hammerstiel

1446

Rainer Wölzl 

DAS GRAS DES VERGESSENS  SW2015 THODORE GRICAULT 6teilig SW

 

FLOWER POWER - Vegetation in der Kunst

Franz Braun - Dietmar Brehm - Mario Dalpra - Adel Dauood - Oliver Dorfer - Lorenz Estermann - Alexander Fasekasch - Franz Grabmayr - Richard Jurtitsch - Josef Kern - Leopold Kogler - Karl Korab - Larissa Leverenz - Alois Mosbacher - Oswald Oberhuber - Aditya Pande - Alfons Pressnitz - Markus Riebe - Thomas Riess - Osama Zatar


spiel des ensembles windways am 22.10.2015 um 11.30 uhr

Programm:

Indian Summer von Matthias Maute
Improvisation: Blind Date
La Lusignuola vonTarquinio Merula
***
The Jogger von Dick Koomans
Improvisation: Publikumsthema
Allegro molto aus Concerto C-Dur, op.44/11 von Antonio Vivaldi


Auswahl Pressereviews:
Grabmayrzimmer

Franz Grabmayr (1927-2015) ist einer der bedeutendsten österreichischen Maler seiner Epoche und wird von vielen weit bekannteren Künstlerkollegen über alle Maßen geschätzt. Es handelt sich um einen Maler, der mehrere Malergenerationen ebenso untergründig wie intensiv inspirierte, sich selbst aber bewusst vom Kunstbetrieb fernhielt. Was nach seinem Tod bleibt, ist sein umfassendes und in seiner Energiegeladenheit singuläres Werk. Anläßlich des 90. Jahrestags seiner Geburt findet von März bis Oktober im Museum Angerlehner, eine umfassende Retrospektive statt, die das Werk als solches in seiner Bedeutung sichtbar macht. Kuratiert wird die Ausstellung von Robert Fleck und Caro Wiesauer.

Kaum einer, der sich der Suggestion der Bilder Grabmayrs entziehen kann. Alles ist Farbe. Deren Erscheinung sosehr wie deren Gewicht, deren Material wie deren koloristische Wirkung wird mit einer Konsequenz und Virtuosität in Einklang gebracht, der in internationalen Getrieben der Kunst einzig Eugène Leroy zur Seite zu stellen wäre. Dessen gespachtelte oder direkt aus der Tube auf- gedrückte Farbreliefs sind einerseits die nächsten Verwandten zu Grabmayr, andererseits nimmt Leroy durch die koloristisch homogenen, zentimeterdick geschichteten und gehäufelten Bilder eine völlig andere Position ein als Grabmayr. Grabmayr nutzt bewusst die Farbverwerfungen, er spielt mit dem aus der Bewegung heraus resultierenden Überschlagen der Farbe, mit den Sensationen die aus Überlagerungen verschiedener Koloritschichten entstehen. Grabmayr weiß auch um die Schwerkraft seiner Farbe. Nichts gelungener als wenn einer aus dem Farbleib herausgerissenen Schlucht ein Klumpen Farbe gegenübersteht, der langsam, der Schwerkraft folgend, absackt bis er der Lava gleich erkaltet und stehenbleibt. Bei Leroy trägt sich das Drama der Farbe immer erst aus allernächster Nähe betrachtet zu. Man muss bei dem Franzosen die Farbe riechen können, um Ihr Leben angemessen zu sehen. Demgegenüber sind Grabmayrs Bilder sowohl nah als auch fernsichtig. Aufregend im Detail wie im Überblick. Selten wurde in der österreichischen Kunst die Krise in der Repräsentation von Natur, die der Aufstand der Abstraktion gegen die Nachahmung ausgelöst hat, ungezügelter zum Fundament einer Malkultur. Selten wurde die Selbstreferenz von Farbe und Material zur überzeugenderen ultima ratio der Malerei. Auszug, Prof. Dr. Klaus Albrecht Schröder - Direktor der Albertina Wien , Katalog zur Ausstellung Franz Grabmayr, Österreichische Galerie Belvedere, 2002